Passiert das Leben mit dir oder lässt du es passieren?
- Beatrice Elmiger

- 26. Juni
- 1 Min. Lesezeit
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch, dass du in einer bestimmten Situation "automatisch" auf eine Weise reagierst, die dich im Nachhinein vielleicht selbst überrascht? Dafür gibt es eine einfache Erklärung aus der Neurowissenschaft: Sobald wir eine Situation wahrnehmen, startet unser Gehirn einen blitzschnellen Suchprozess nach alten Erfahrungen, Werten und Prägungen.
Wir reagieren dann oft gar nicht auf das, was jetzt gerade passiert, sondern auf das, was wir früher einmal gelernt oder erlebt haben. In der Interaktion zwischen Menschen äussert sich das dann zum Beispiel so, dass ein sachliches Statement als persönlicher Angriff gewertet wird und entsprechend wird sich das Gespräch dann in eine Richtung entwickeln, die so nie angedacht war.
Wir dürfen dabei wissen: Jeder Moment, jede Begegnung, jede Herausforderung hat eine Spur in uns hinterlassen und prägt unbewusst, wie wir zukünftige Situationen wahrnehmen und darauf reagieren. Diese Erkenntnis bedeutet, dass unsere Vergangenheit aktiv unsere Gegenwart und damit auch unsere Zukunft gestaltet.
Man kann also für sich festhalten, dass wir unbewusst nach Drehbüchern reagieren, die in unserer Vergangenheit geschrieben wurden. Solange wir diese Drehbücher nicht bewusst anschauen und reflektieren, fühlen wir uns möglicherweise eher als ob das Leben mit uns passiert, anstatt dass wir da aktiv gestalten können.
Ja, wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber was wir schon können, ist unsere Beziehung zur Vergangenheit zu verändern. Was ich damit meine ist, dass wir lernen können, unsere Erfahrungen neu zu bewerten und die daraus entstandenen Muster zu durchbrechen. Und genau damit wird es möglich, dass du dein Leben so leben kannst, wie du es willst.

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